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Mountain Equipment Glacier 500  

Produkttest von Grrr, dem Grausamen vom 06.10.2013



Der Daunenschlafsack Glacier 500 von Mountain Equipment ist ein sehr leichter 3-Jahreszeiten-Schlafsack mit einem Comfortbereich bis +2 °C. Für diesen Test habe ich einen True Red Regular Size Left Zip zur Verfügung gestellt bekommen.

Ich habe keinen anderen Hersteller gefunden, der so viele Schlafsäcke im Angebot hat wie Mountain Equipment. Auf der Homepage von Mountain Equipment kann man alle Details und Besonderheiten der einzelnen Schlafsäcke nachlesen. Ich greife hier mal nur diejenigen raus die mir besonders aufgefallen sind:

Reißverschluss

Wer kennt das nicht, dass man sich in seinen Schlafsack legt, es ist dunkel und dann versucht man krampfhaft den Reisverschluss zu schließen, aber der verhakt sich immer in dem dünnen Stoff auf der Innenseite des Reisverschlusses. Ein sehr nerviges Unterfangen! Das Problem hat man mit diesem Schlafsack sicher nicht, denn er hat einen Einklemmschutz, der aus einem ca. 2 cm breiten etwas verstärkten grauen Stoffband besteht (siehe Foto). Außerdem kann man den Reißverschluss auch von unten öffnen, um mal die Füße raushängen zu lassen.





Außenmaterial

Das Außenmaterial Drylite Loft II ist sehr leicht, hoch atmungsaktiv und wasserabweisend. Das Material hält laut Herstellerangaben einer Wassersäule von 1500 mm stand. Trotzdem würde ich nicht bei Regen ohne Zelt übernachten, da die Nähte nicht abgedichtet sind.

Füllmaterial

Der Glacier 500 ist mit 500 g Entendaunen und -Federn befüllt. Das Daunen- zu Feder-Verhältnis liegt bei 9 zu 1. Die verwendeten Daunen kommen von Enten, die zur Eierproduktion in Nordchina leben. Mountain Equipment wirbt mit seinem Down Codex, bei dem eine unabhängige Kontrollorganisation die gesamte Lieferkette der Daunengewinnung überprüft. Es wird sichergestellt, dass die Daune nicht von lebend gerupften Tieren stammt, die Tiere nicht zwangsgemästet werden und die Daune lösungsmittelfrei gereinigt wird.

Für die Isolationswirkung ist vor allem die Bauschkraft (Loft) von hoher Bedeutung, die angibt, wie viel Raum in Kubik Inch (kurz: cuin, 1 Inch ≈ 2,54 cm) eine Unze (28 g) des Füllmaterials einnimmt. Der Hersteller gibt für diesen Schlafsack mindestens 600 cuin an. Die Zeitschrift ALPIN lobte 2007 in einem Test von 12 Daunenschlafsäcken, dass dieser Hersteller der einzige war, dessen Loftangaben mit den von Alpin getesteten übereingestimmt haben. Alle anderen Hersteller lagen mit ihren Loftangaben deutlich über den nachgemessenen Werten. Die Bauschkraft des Glacier 500 bemaß ALPIN auf 667 cuin.

Bei diesem Schlafsack ist der Querschnitt der Kammern, in denen die Daune sitzt, trapezförmig. Die Trapezform ist ein guter Kompromiss zwischen Wärmeisolation, Gewicht und Packvolumen. Zum Auffinden von Isolationsschwachstellen an diesem Schlafsack haben wir ein paar Aufnahmen mit einer FLIR E45 Wärmebildkamera gemacht. Auf dem Wärmebild sieht man deutlich, dass die Isolation an den Kammerrändern schlechter ist als in der Mitte der Kammern, wo eine dicke Daunenschicht zu vermuten ist. Auffällig ist, dass vor allem beim Reißverschluss viel Wärme verloren geht. Der Schlafsack hat zwar auf der Reißverschlussseite oben und unten einen daunengefütterten Wulst, der den Reißverschlussbereich abdichten soll, jedoch habe ich beim Öffnen des Schlafsacks festgestellt, dass sich diese beiden Wülste nicht selbstständig so gelegt haben, dass sie den Reißverschlussbereich abgedichtet hätten. Für korrekte Wärmeisolation muss man also diese Wülste von Hand zurechtlegen.



Komfort

In einem Daunenschlafsack schläft man einfach viel besser als in Schlafsäcken mit Synthetikfüllung. Dieser Schlafsack ist insgesamt sehr komfortabel, er ist nicht zu eng geschnitten. Man kann sich also auch mal gut umdrehen darin. Aber trotzdem hält er an Nächten mit Temperaturen oberhalb der Frostgrenze warm genug. Sowohl das Kopfteil als auch den Wärmekragen am Hals kann man mit einem Tanka (Kordelstopper) enger machen. Beim Wärmekragen ist die Kordel aus elastischem Material. Was mir noch fehlt wäre eine zusätzliche Einstellmöglichkeit um die Kapuze noch genauer an den Kopf anzupassen. Ohne Einstellung ragt die Kapuze auf jeden Fall über das Gesicht hinaus. Bei Regenjacken haben die Hersteller das mittlerweile erkannt, dass es nervig ist, wenn man den Kopf dreht und sich die Kapuze nicht mit dreht.

Was mir aus Komfortsicht noch nicht so gut gefällt, ist, dass der Innenstoff sich nicht so kuschlig anfühlt wie meine Bettwäsche daheim, aber das ist halt der Preis den man zahlen muss, wenn man einen möglichst leichten Schlafsack will.

Sehr genial ist der doppelseitige Reißverschluss, den man auch von unten öffnen kann zum Füße raushängen lassen, denn mir wird oft zu heiß an den Füßen. Dieses Feature wird aber mittlerweile auch von vielen anderen Schlafsackherstellern angeboten.

Verpackung (Pack- und Mesh-Sack)





Der Packsack wurde mit 10 l Wasser befüllt und über Kopf aufgehängt. Das Verschlussband saugt sich voll, und das Wasser tropft langsam heraus.

Der Schlafsack wird mit einem wasserfesten Roll-Top-Kompressions-Packsack und einem großen Mesh-Sack zur Aufbewahrung geliefert. Der zylindrische Packsack ist wirklich kompakt (Höhe: 37 cm, Durchmesser: 17 cm). Das Gesamtgewicht, das man dann im Gepäck hat, also Schlafsack + Packsack, liegt bei 1,22 Kilo. Bemerkenswert ist, dass die Nähte des Packsacks tatsächlich wasserdicht sind. Den Sack habe ich mit 10 Liter Wasser befüllt. Nach 5 Minuten trat noch kein Tropfen durch die Nähte. Anders sieht es bei dem Roll-Top-Verschluss aus. Dort tropft das Wasser ziemlich schnell durch, egal wie oft man den Kragen einrollt. Das heißt: Nicht Tauchen mit dem Schlafsack im Gepäck, aber den Glacier 500 im Packsack im Regen liegen lassen ist kein Problem!

Für die Aufbewahrung muss man schon etwas Platz daheim einplanen. Mein Meshsack hat mit Inhalt folgende Abmessungen: Höhe: 55 cm, Durchmesser: 45 cm.



Fazit:

Ich bin sehr zufrieden mit diesem Schlafsack! Er bekommt 5 Pentagramme. Der Preis von ca. 350 € ist absolut gerechtfertigt. Ich brauche einen komfortablen einigermaßen robusten Allroundschlafsack, der möglichst leicht und kompakt ist. Genau das habe ich mit dem Glacier 500 gefunden. Für Winter-Biwaks ist er nicht geeignet, aber das mach ich eh nicht. Genial ist der verhacksichere und zusätzlich von unten aufmachbare Reißverschluss. Die korrekten Gewichts und Loftangaben und der Down Codex deuten auf einen ehrlichen und verantwortungsvollen Hersteller hin, weshalb ich nicht nur aus technischer Sicht sondern auch mit einem guten Gefühl diesen Schlafsack weiterempfehlen kann.




Aktuelles:

Gipfelmoshen-Reportage von VRF

Gipfelmoshen-Reportage mit Ivo Meier

Gipfelmoshen-Fotostrecke bei pr-online

Aachener Zeitung über Gipfelmosher Marc (17.03.2014)

Gipfelmoshen-Reportage RTL - Nachtjournal vom 31.10.13 (Zeit: 00:20:35)



The Number of the Gipfelmosher - 3666



Reportage von ServusTV jetzt auf Gipfelmoshen.de

Magazin: Produkttests

Jahresrückblick 2012

Gipfelmoshen-Videos

Reportage ServusTV - Augenblicke: Do 22.11.12, 19:45

Reportage vom 12.11.12 in Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung

Reportage vom 23.10.12 in der AZ

Gipfelmoshenreportage vom 5.1.2012 auf ARD bei YouTube

Schmücke das Gipfelbuch - Pop-Up zum Selberbasteln