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Mammut Miva Vest Women  

Produkttest von LoqUita vom 08.11.2013

Seit dem "Wintereinbruch" Ende September trage ich fast ununterbrochen die Mammut Miva Vest. Es handelt sich um eine Dauenenweste, weche von Mammut als "extrem leichte und trotzdem warme und modische Daunenweste" beworben wird. Mittlerweile habe ich sie wirklich intensiv getestet, beim Bergsteigen, beim Mountainbiken, in der Freizeit, sogar im Büro und kann einiges berichten.

Zunächst mal zu den technischen Angaben:

Die Miva Vest ist laut Herstellerangabe mit 65 g Gänsedaunen mit 750 cuin Bauschkraft und eimem Daune/Feder- verhältnis von 90/10 gefüllt. Das Obermaterial ist Pertex® Microlight, welche zu 100% aus Polyamid gefertigt ist. Pertex® Microlight soll wind- und wasserabweisende sein, desweiteren superleicht und robust. Die Weste lässt sich am Hüftsaum vestellen und besitzt zwei Taschen: In einer davon kann die Weste verstaut werden. Vom Hersteller wird ein Gewicht von 240 in mittlerer Größe angegeben.

Gemessen habe ich ein Gewicht von 265 g (auch in Größe M). Damit ist die Weste zwar leicht, gehört aber nicht zu den superleichten, die teils nur die Häfte hiervon wiegen, dann aber auch insgesammt weniger befüllt sind.





Der cuin-Wert:

Mit der cuin Angabe ist das so eine Sache. Cuin (cubic inches per ounze) ist hier das Maß für die Bauschkraft und somit für die Isolation. Der Wert gibt das Volumen an, welches eine Unze einer Materialprobe einnimmt, nachdem diese 24 h mit 100 g belastet wurde. Das Verfahren zur Bestimmung der cuin Werte ist beispielweise durch die europäische Norm EN 12934 festgelegt. Die IDFB-Richtlinie regelt das Verfahren zur Bauchkraftbestimmung von Daune auf europäischer Ebene. In der USA und Schweiz gilt dagegen die IDFL-Richline.

Herstellerangaben müssen allerdings nicht gemäß dieser Richtlinie ermittelt werden, sondern können auch auf Grundlagen anderer (nationaler oder betriebsinterner) Vorgaben bestimmt werden, was dann oft zu günstigeren Ergebissen führt. Die cuin Angaben der Hersteller lassen sich somit also nicht vergleichen. 750 cuin ist ein Top Wert, aber mit Vorsicht zu genießen. Die Zeitschrift Alpin hat Herstelllerangaben in einem Test (Alpin-Test Dauneschlafsäcke 4/07) nach der IDFB-Richtlinie überprüft und dabei festgestellt, dass fast alle Hersteller um bis zu 15 % von den tatsächlichen Werten abweichen - natürlich zu ihren Gunsten. Mammut war hier allerdings nicht dabei. 750 cuin scheint mit einem Mischverhältnis 90/10 doch kaum zu erreichen zu sein, wenn man den Alpin-Test als Referenz heranzieht. Dies ist hier aber angegeben. Der Mammut Website lässt sich entnehmen, dass die cuin Werte (allerdings für Schlafsäcke) gemäß der IDFB-Richtlinie mit Dampf-Konditionierung bestimmt werden. Die Dampf-Konditionierung ist Stabilisierungsverfahren, welches eigetlich nur in der IDFL-Richtlinie, nicht aber in der IDFB-Richtlinie, Anwendung findet. Dieses Bedampfungsverfahren führt kurzfristig zu höheren cuin Werten (Quelle: Alpin-Test Dauneschlafsäcke 4/07).

Um eine hohe Bauschkraft und damit gute Isolation zu erzielen ist ein hoher Daunenanteil nötig. Ein gewisser Federanteil lässt sich zum einen technisch bei der Dauengewinnung kaum vermeiden, wirkt sich jedoch auch positiv auf die Druckbeständigkeit des Gemisches aus. Ein Gemisch mit hohem Daunenanteil ist auch feuchtigkeitsempfindlicher. Als optimal gilt ein Verhältnis von ca. 95/5.

Einsatzbereich:

Ich habe mit der Miva Vest die Erfahrung gemacht, dass Daune beim Sport ganz extrem und schnell warm macht - wegen der krassen Isolation. Der Körper kann quasi kaum mehr abkühlen. Bei internsiver Anstrengung - auch bei Kälte - empfinde ich Daune als zu dicht und wenig atmunngsaktiv. Kunstfaser kann zwar nie eine solche Isolation bieten, atmet meiner Erfahrung nach aber deutlich besser. Zum Mountainbiken ist eine Daunenweste definitiv nix. Zum Wandern allerdings schon, wenn man nicht zu sehr Gas gibt. Ich nutze die Weste vor allem auch bei Pausen, da ist die wunderbar, und verhindert ein Auskühlen. Die Isolation der Weste ist definitiv wahnsinnig gut.

Zum Schnitt:

Es ist wirklich schade, aber hier hätte noch einiges besser gemacht werden können und hier liegt auch mein Hauptkritikpunkt. Es fällt auf, das die Miva West im Schulterbereich ziemlich weit ist. An der Hüfte ist sie im Vergleich dazu sehr knapp, und am Bauch ist noch Platz. Dieser Schnitt führt dazu, dass das Kleidungsstück im Schulterbereich und an den Armlöchern nicht körpernah liegt und etwas absteht. Gerade die Tatsache, dass der Saum der Armlöcher nicht anliegt und hier Spalte entstehen, führt leider zu hohem und deutlich merkbarem Wärmeverlust. Das ist wirklich sehr schade, denn die Isolation wäre ansonsten sehr sehr gut. Es wäre wahrscheinlich schon die Lösung, die Gummizüge am Saum der Armlöcher etwas straffer auszuführen, diese sind nämlich ziemlich schlaff. Natürlich könnte man dies selbst nachbessern, was aber nicht Sinn der Sache ist, bei einer Weste einer Marke wie Mammut. Es muss natürlich gesagt werden, dass ein Schnitt immer individuell anders zu beurteilen ist, und die Miva Vest für eine andere Anatomie geeigneter sein kann. Sicher sagen kann ich aber, dass der Schnitt definitv kein sehr weiblicher ist. Bei Daunenprodukten, die ja nicht elastisch sind, ist ein Anprobiern also unbedingt anzuraten.





Am Hals ist die Miva Vest schön hoch geschnitten. Das ist toll, denn dann kann hier keine Wärme entweichen. Jedoch ist das Schließen des Reisverschlussen bis ganz oben nur in aufrechter Position wirklich angenehm, denn beim Sitzen drückt der starre Reißverschluss der bis oben geschlossene Weste.

Damit sind wir beim Reißverschluss. Ich empfinde diesen als zu starr. Dieses ist zwar nur im Sitzen von Nachteil. Da ich aber die Weste als ein Kleidungsstück beurteile, welches v.a. bei Pausen den Körper vor dem Auskühlen schützt und man bei Pausen gelegentlich sitzt, finde ich diesen Punkt nicht zu vernachlässigen. Zum einen stört der starre Reißverschluss aus oben genanntem Grund, zu anderen weil sich durch die Körperhaltung beim Sitzen bedingt durch den starren RV eine große Falte im Vorderbereich bildet. Dort wird das Material zu nah an den Körper gedrückt und die Isolationswirkung lässt nach. Diese Wärmebrücke läßt sich deutlich mit der Hand erspüren.





Daunenverlust:

Ganz ohne gehts bei Daune nie, das ist normal. Der Dauenenverlust ist aber natürlich auch stark von Verarbeitung und Obermaterial abhängig. An der Miva Vest kommt eigentlich immer irgendwo gerade etwas durch. Der Verlust geschieht hauptsächlich an den Nähten. Das Pertex Obermaterial verliert zwar auch hin und wieder im ungegstörten Bereich etwas, hält insgesamt aber zufriedenstellendn dicht. An den Nähten würde ich allerdings bei einer recht hochpreisigen Marke wie Mammut einen etwas niedrigeren Verlust erwarten. Trägt man schwarz drunter, sieht man halt die Dauenen auf dem Kleidungstück drunter deutlich. Als Vergleich habe ich ich ein Dynafit Produkt, also ähnliche Preisklasse, welches merklich weniger verliert, herangezogen. Ich habe aber auch schon ein Produkt einer vergleichbaren Marke mit höherem Dauenverlust erlebt.

Unrealistisch finde ich die Angabe auf dem Etikett "Sollten trotz sehr dicht gewebtem Aussenstoff Daunen durchdringen, diese immer von der Rückseite wieder nach innen ziehen". Dies ist wohl so zu verstehen, dass man versuchen soll, von der Rückseite die Daune durch das Außenmaterial zu fassen zu kriegen und diese wieder reinzuziehen. Dies ist vollkommen unmöglich! Zum einen kiegt man eine winzige Daune nicht zu fassen, zum anderen müsste man diese "gegen den Strich" wieder reinziehen, den sie tritt natürlich immer mit der Spitze zuerst nach außen.Ich habe mal gelesen, dass man die halb ausgetreten Dauene abschneiden soll. Das ist definitv die wirksamere Lösung. Allerdings funktioniert dies nur, wenn man extrem dicht am Stoff schneidet, was dann aber das Risiko mit sich bringt den Stoff zu beschädigen.





Obermaterial:

Über das Obermaterial Pertex® Microlight kann ich nur Positives bereichten. Die wind- und wasserabweisende Eigenschaft kann ich bestätigen. Auch finde ich das Material, dafür dass es so dünn und leicht ist extrem robust. Es fühlt glatt und angehem an.

Die UVP des Herstellers liegt bei 160 Euro. Dieser Preis ist vergleichbar mit dem Preis der Produkte anderer Marken, oder liegt knapp daüber. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist damit schon Ordnung.

Resüme:

Die Mammut Miva Vest ist eine Daunenweste, die wirklich nicht schlecht ist. Ich trage sie ständig und bin froh sie zu haben. Die Isolation ist super. Das Material top. Ihr Nachteil ist, dass Sie sich aufgrund des Schnitts und des starren Reissverschlusses nicht besonders an den Körper anlegt, was die Isolationswirkung mindert. Man muss sie unbedingt anprobieren. Sie ist ein gutes, aber kein hervorragens Produkt und bekommt von mir drei Pentagramme.




Aktuelles:

Gipfelmoshen-Reportage von VRF

Gipfelmoshen-Reportage mit Ivo Meier

Gipfelmoshen-Fotostrecke bei pr-online

Aachener Zeitung über Gipfelmosher Marc (17.03.2014)

Gipfelmoshen-Reportage RTL - Nachtjournal vom 31.10.13 (Zeit: 00:20:35)



The Number of the Gipfelmosher - 3666



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