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Black Diamond Women's Distance FL - Trekkingstöcke  

Produkttest von Chiquita uns LoqUita vom 08.03.2013

Ha! Ich dachte mir, die Wanderstöcke vom Onkel Gusti sind ja schon total antik, ich hole mir mal etwas High Tech ins Haus und habe mir die Black Diamond Women´s Distance FL Trekkingstöcke bestellt.

Was sagt der Hersteller? Er verspricht wunderbare Leichtigkeit, geringes Packmaß, innovative konische Verbindungsstücke, hat die faltbare Z-Pole Technology mit drei Segmenten, EVA-Schaumstoffgriffe und plüschgefütterte Handschlaufen für Tragekomfort. Man kann die Stockspitzen tauschen. Karbidspitzen gegen Gummispitzen, je nach Geländebeschaffenheit.





Gut, kaum ausgepackt erstmal Begeisterung beim Gewicht. Ich hatte die Stöcke, die man zwischen 95-110cm ausfahren kann und die wiegen 430 Gramm. Auf der Packung ist noch angegeben, dass es optimal ist, wenn die Arme im rechten Winkel sind. Dann haben die Stöcke die richtige Höhe. Es gibt noch eine Tabelle nebendran, die sagt mir, dass wenn ich bis 171 cm groß bin, wäre die richtige Höhe 110cm. Tja. Fehlanzeige. Bei mir kommt bei maximal ausgefahrener Stockgröße nur ein ca. 100°-Winkel zustande. Rien ne va plus. Schade. Liegt aber eventuell an individuellen menschlichen Proportionen. Deswegen haben wir beschlossen, wir teilen den Test auf und LoqUita testet mit. Bei ihr passt die Größe besser.

Nü denn, ich hab gleich mal überall rumgefuchtelt und getestet, zusammengesteckt, auseinandergebaut und festgestellt: Okay, das geht schnell. Außer das Spitzen wechseln. Ich hab mir halb die Finger ausgedreht beim Versuch, die Gummispitze abzumachen und gegen eine andere Spitze (die mitgeliefert ist) auszutauschen. Vergebens. Da braucht es schon eine Zange. Doof.Es gibt im Lieferumfang übrigens noch ein Sackerl, da kann man die Stecken verstauen, wenn man sie gerade nicht braucht. Find ich aber irgendwie doof, da muss man das Ding immer mitschleppen, sonst baumeln die Stöcke arbeitslos rum.





Der zweite Eindruck der Stöcke war aber nicht so berauschend. Irgendwie hat man das Gefühl: Hey, die können doch gar nix aushalten, irgendwie haben die nicht so den wertigen Eindruck. Die Handschlaufen fallen bei mir völlig durch, ich kriege Hand-Klaustrophobie, wenn ich die durchstecke. Stell dir vor, du läufst da irgendwo den Berg runter und verhakst dich mit dem Stock in einer Wurzel und du läufst weiter und der Stock bleibt stehen. Welch Segen, wenn die Hand schnell ausschlaufen würde. Tut sie aber nicht, weil sie im flauschigen Plüsch hängenbleibt und dir das Handgelenk auskugelt.

Auf dem Weg zum Gipfel habe ich die Schlaufen also tunlichst baumeln lassen. Der Handgriff aus EVA-Schaumstoff fühlt sich leicht seltsam an aber nicht schlimm. Ich hätte mir gewünscht, dass die Griffe ergonomischer geformt sind, so richtig wohl habe ich mich da nicht gefühlt.

Es fiel auch auf, dass bei stärkerer Belastung die Stabilität nicht mehr so gegeben war.

Was allerdings positiv zu bewerten ist, ist die Tatsache, dass man beim Laufen wirklich kaum Gewicht verspürt, im Gegensatz zu meinen Onkel-Gusti-Stecken.

Mein Fazit: Von mir gibt’s keine tolle Bewertung. Mehr als 2 Pentagramme kann ich nicht vergeben, vor Allem, als ich den Preis gesehen habe, bin ich rückwärts umgefallen:

UVP 119,95€Ne, dafür muss was tolleres her.

Chiquita



Die Produktbeschreibung der Black Diamond Women´s Distance FL Trekkingstöcke ist vielversprechend und es finden sich durchaus auch gute Kundenbewertungen im Netz. Von Black Diamond werden die Stöcke für Day Hiking, Backpacking, Trekking und Climbing Approaches als optimal empfohlen.

Aus meiner Sicht handelt es sich um eine klassische Themaverfehlung: Das Produkt ist nicht unbedingt schlecht – jedoch für den vorgesehene Zweck nicht ideal.Warum ich das so sehe, will ich Euch erklären:

Schon wenn man die Stöcke das erste Mal in der Hand hält kommen Zweifel an der Stabilität auf. Klar, die Dinger sind unglaublich leicht – das ist ihr großer Pluspunkt, aber darf man Gewicht auf Kosten der Stabilität bei einem Trekkingstock sparen? Ich finde nein, denn zum Trekking gehört es auch, mit schwerem Gepäck bergab zu gehen und dann muss man sich auf einen stützenden Stock verlassen können.

Das Stecksystem, das sog. Z-Pole System, wird durch ein innenliegendes Zugband stabilisiert (wie bei Lawinensonden, siehe Foto). Die Steckverbindung ist nicht besonders lang und nicht verstärkt. Gumminoppen auf der Stecknase sorgen für wenig Spiel. Ein Stock ist nun hauptsächlich einer Druckbelastung ausgesetzt, aber die Erfahrung zeigt, dass auch immer wieder Biegemomente aufgenommen werden müssen -- z.B. durch ausmittige Belastung oder wenn man steckenbleibt. Ich halte das Stecksystem für wenig langlebig und vermute eine relativ baldige Materialermüdung. Eine Verstärkung wäre hier sicher sinnvoll. Des Weiteren vermute ich, dass die Gumminoppen bald „ausleiern“ und die Verbindungen so anfälliger werden. Belastet man die Stöcke durch Druck von oben, fällt auf dass sie schnell zu Flattern beginnen, wenn die Belastung dynamisch wird. Dass sich die Steckverbindung in stabilisiertem Zustand drehen lässt, bedeutet zwar keine Funktionseinbuße, verstärkt jedoch den Eindruck des „Unstabilen“. Ein „Rausdrehen“, wenn man steckenbleibt, ist hier nicht möglich.





Ein weiters Fixierungssystem kommt zur Anwendung: Im oberen Teil wird der Stock durch einen Druckknopf (wie bei Lawinenschaufeln) fixiert. Siehe Foto. Die gesamte Druckbelastung wird an dieser Stelle nur über den Druckknopf übertragen und nicht über den Stockquerschnitt. Hier entstehen also Spannungsspitzen und eine leicht ausmittige Belastung. Auch diese Verbindung halte ich wegen der suboptimalen Lastverteilung für wenig geeignet.

Das FlickLock-System ist der Schnellverschluss im oberen Teil des Stockes. Dieser scheint durchaus robust und durchdacht.





Ich will noch bemerken, dass eine verlässliche Aussage natürlich nur nach einem Langzeittest gemacht werden kann und meine Aussagen meiner persönlichen Einschätzung der Mechanik des Stockes entsprechen. Für mich ist es allerdings auch wichtig, meiner Ausrüstung zu vertrauen – und das kann ich hier nicht.

Zu den Griffen: Sie sind sehr minimalistisch gehalten. Für den Preis erwarte ich mehr Ergonomie. Die Handschlaufen finde ich in Ordnung.

Zu den Tellern: Leider nicht austauschbar.

Noch was zur Länge: Wir haben die kurze Variante von zwei möglichen getestet. Ich bin nur 1,60 m groß, brauche bergab aber schon die maximale Länge.

Und noch was zum Verstauen: Klar, die Stöcke sind klein zusammenfaltbar, jedoch schieben sich die Segmente nicht ineinander, sondern müssen nebeneinander verstaut werden. Dann benötigt man zum einen noch ein System zu Fixieren, wie den Beigefügten Sack oder ein Klettband. Zum anderen lassen sich die Stücke nicht gut außen am Rucksack befestigen. Sie sind innen besser aufgehoben – aus Platzgründen nicht unbedingt jedermanns Sache.

Mein Resümee: Fürs bergab gehen nicht vertrauenswürdig genug. Für Nordic Walking sicher in Ordnung (doch dann würden es doch auch einteilige Stöcke tun!?). Der Preis ist für die minimalistische Ausstattung entschieden zu hoch. Ich schließe mich Chiquitas zwei Pentagrammen an.

LoqUita




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