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Mammut Schneefeld Jacket  

Produkttest von LoqUita vom 28.01.2013

Die Mammut Schneefeld Jacket Women ist eine für alpine Einsätze konzipierte, warme, aus Polartec Thermal Pro gefertigte Fleecejacke mit Kapuze aus der Eiger Extreme -Serie von Mammut. Mammut bewirbt diese Jacke für klassische Hochtouren, Eis- und Mixedklettern, Expeditionen und Skitouren und wegen ihres sehr guten Isolations-/Gewichtsverhältnisses. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 220 Euro. Die vergleichbare Herrenjacke ohne Kapuze ist die Mammut Eiswand Jacket

Ob die Schneefeld Jacket die Versprechungen erfüllt, habe ich getestet. Lest, was ich darüber zu berichten habe:

Allgemeines:

Beim Auspacken fiel zunächst ein syntetischer Geruch der Schneefeld Jacket auf. Ich muss jedoch sagen, dass dieser erstaunlich schnell verflog, was ich von anderen Produkten oft nicht sagen konnte. Dies sollte also bitte kein Argument gegen die Jacke sein.

Tatsächlich ist die Jacke vielseitig einsetzbar. Nämlich immer dann, wenn gute Isolation gefragt ist, also für jede Art von Wintersport und für Freizeitaktivitäten bei niedrigen Temperaturen. Daher habe ich die Jacke bei folgenden Aktivitäten getragen und getestet:
  • Skitour.
  • Laufen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
  • Winterwandern.
  • Rodeln.
Die Schneefeld Jacket ist durchaus angenehm zu tragen. Nichts zwickt, nichts zwackt, da kann man gar nicht meckern. Man trägt sie einfach gerne. Sie eignet sich am besten als zweite Schicht über langärmliger Unterwäsche. Darüber lässt sich gut eine Hardshell tragen oder bei eisigem Wetter eventuell noch eine gefütterte Weste oder Jacke als zweite Zwischenschicht. Bei intensiver Aktivität, wie beim Laufen, oder bei milderen Temperaturen kann die zweite Schicht auch gleich die äußere Schicht sein. Eine leichte Windweste darüber kann dann vor eisigem Wind schützen. Die gut geschnittene Kapuze erweist sich stets als praktischer Schutz des Kopfes.

Laut Herstellerangabe wiegt die Schneefeld Jacket 465 g. Ich bin bei sowas misstrauisch und hab's erstmal nachgewogen. Es hat mich überrascht, denn meine Jacke wiegt sogar nur 433 g in Größe M.









Schnitt und Verarbeitung: 

Die Schneefeld Jacket ist vergleichsweise angenehm lang geschnitten, sowohl im Hüftbereich als auch an den Ärmeln. Besonders gut finde ich, dass sich der Frontreißverschluss von unten her öffnen lässt. Bekanntlich haben Frauen unterschiedlich ausgeprägte Beckenformen und aufgrund dieses kleinen Details wird jede Frau mit dem Schnitt zufrieden sein. Bei meiner Jacke hackt der Reissverschluss unwesentlich beim einfädeln. Die Jacke besitzt zwei Fronttaschen, die im Inneren aus Netzmaterial gearbeitet sind und sich mit Reisverschlüssen geschmeidig verschließen lassen.

Die Kapuze: Sie lässt sich durch ein Band verstellen. Auf meinen Kopf passt sie wunderbar und sie schließt angenehm dicht ab. Im unteren Bereich lässt sie sich bis über das Kinn zuzippen, was schön warm hält. Auf Skitour oder beim Wandern ist eine Kapuze wirklich toll, denn man kann sie nach Belieben auf- und abstreifen. Den ganz großen Pluspunkt der Kapuzenkonstruktion will ich Euch hier erläutern: Kennt ihr das, wenn ihr mehrere Schichten anhabt, schon die Unterwäsche einen Stehkragen mit Zipper hat, dann eine Fleecejacke mit Zipper kommt und dann die Überjacke mit Zipper? Dann hat man da drei fette kalte Reisverschlüsse übereinander in der Kehle, die einen zu erwürgen versuchen, wenn man mal nicht gerade nach oben schauen will. Die Schneefeld Jacket ist anders! Hier hat jemand mitgedacht! Es ist bei aufgezogener Kapuze ein genügend großer Spielraum zwischen Reißverschluss und Hals vorhanden. Und trotzdem geht keine Wärme verloren, weil sie am Kinn wieder dicht anliegt. Auf dem Foto lässt sich dieses wunderbare Detail erkennen.

Die Daumenschlaufen: Die einen schwö ren auf sie, für die andern sind sie die verkörperte Sinnlosigkeit. Nachdem ich bisher dem 2ten Lager angehö rte, habe ich mich umstimmen lassen und beurteile es nun so: Bequeme Daumenschlaufen bei Jacken können bei Sport, bei dem man keine Handschuhe trägt, durchaus angenehm sein. Daumenschlaufen in Funktionsunterwäsche empfinde ich dagegen als absolut überflüssig. Die Daumenschlaufen der Schneefeld Jacket haben durchaus eine kleine Besonderheit: Sie sind nicht nur Lö cher, sondern tatsächlich anatomisch dreidimensional geschnitten und man steckt doch wahrlich gerne seinen Daumen hindurch. Der Test ergab: Eine Mano Cornuto lässt sich damit optimal formen und die Hände bleiben warm!
Die Ärmel: Zu diesem Thema kann ich Euch einen kleinen Exkurs nicht ersparen: Eigenlich bin ich eine klassische Frostbeule -- aber wenn ich beim Laufen dann doch mal warm werde, dann müssen meine Handgelenke Luft kriegen. Denn an den Handgelenken will mein Kö rper überschüssige Hitze loswerden und das kann er nur wenn hier nichts zu eng anliegt. Wenn ich so ein enges Teil anhabe, dann krieg ich echt nen Anfall. Waahhh! Da muss Spiel in den Unteramen sein! Damit Luft hinkommt oder damit ich dieÄ rmel leicht hochschieben kann. Und eigentlich wäre es doch noch viel einfacher: Warum hat denn bloß noch niemand die Belüftungsschlitze an den Handgelenken erfunden? Auch Mammut weiss noch nichts von Belüftungsschlitzen und objektiv betrachtet ist die Schneefeld Jacket im gesamten Armbereich eigentlich großzügig genug geschnitten. Dennoch bei hochintensiver Aktivität liebe ich noch weiter geschnittene Unterärmel, wie ich sie bisher nur beim Aconcagua Pull von Mammut erlebt habe. %Hierzu kann ich Euch diesen kleiner Exkurs nicht ersparen:

Die Verarbeitung: Weiterhin bleibt zu sagen, dass die Verarbeitung einen sehr guten Eindruck macht. Die Nähte sind flach, und können so nirgends stören, die Eingriffe der Taschen sind versträkt und im Kinnbereich sind weiche Einlagen eingearbeitet.

Material: 

Die Schneefeld Jacket ist aus Polartec Thermal Pro, ein Fleecematerial zur Wärmeisolation welches mit dem Slogan "Wärme ohne Gewicht" vermarktet wird. Thermal Pro gibt es in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen. Die Ausführung, welche für die Schneefeld Jacket verwendet wurde, hat auf der Innenseite eine weiche watteartige Faserstruktur mit geringer Dichte, welche in Waffelstruktur ausgeführt wurde. Die Faserstruktur scheint durch ihr Volumen eine gute Isolationswirkung zu haben. Die dazwischenliegenden Hohlräume ermö glichen eine gewisse Luftzirkulation, was die Atmungsaktivität fördert. Die Außenseite dieses Thermal Pro Materials wurde nach der Polartec Hardface Technologie gefertigt. Das Textil hat hier eine glatte, fest verwebte Oberfläche. Die Hardface Technologie soll erhöhte Abriebfestigkeit, eine geringe Alterungsrate und wasserabweisende Eigenschaften besitzen. Detailfotos der Oberflächen von Außen- und Innenseite seht ihr hier:



Bei der ersten Begutachtung der Thermal Pro Material war ich skeptisch und fragte mich, ob es denn wirklich Vorteil gegenüber Polartec Power Stretch , das ich gut kenne und liebe, bietet (Polartec Power Stretch ist ein leichtes, sehr elastisches Fleecematerial mit innen weicher, angerauter und außen glatter und tatsächlich in eingeschränktem Maße windabweisender Oberfläche). Thermal Pro schien mir auf den ersten Blick und beim ersten Anziehen nicht wärmer als ein dickes Power Stretch. Und die windabweisenden Eigenschaften glaubte ich nicht, insbesondere da durch die Waffelstruktur auch Kältebrücken entstehen. Also musste ich das testen:

Bei einer Tmeperatur von -5 Grad, ausgresüstet mit Thermounterwäsche, der Schneefeld Jacket und einer Windweste (ich bin bekennende Frostbeule und liebe es warm) bin ich im Schnee laufen gegengen. Es war relativ windstill. Zunächt fand ich meine Bekleidung ganz angenehm, vor allem die tolle Kapuze hat mich kuschlig warm gehalten. Doch dann hab ich gemerkt: das Zeug ist warm! Und dann hab ichs nochmal gemerkt: Das Zeug ist verdammt warm! Wieso hab ich bloß dieses Thermounterhemd angezogen? Und kann kam der Handgelenk-Fluch.
Auf Skitour habe ich die Isolationswirkung der Schneefeld Jacket auch zu spüren bekommen. Die Temperaturen waren vergleichsweise mild, weshalb ich die Jacke beim Aufstieg als zweite und äußere Schicht getragen habe. Die Jacke ist recht winddurchlässig, was dazu führte, dass mir vorne schon fast zu zugig war, wobei mir an den Armen sehr warm war. Mit einer Weste darüber wäre mir allerdings zu warm geworden. Ihr volles Potenzial entfaltet die Schneefeld Jacket also definitiv, wenn sie bei sehr kalten Touren als Zwischenschicht getragen wird. Als äußerste Schicht bei etwas milderen Temperaturen ist sie zu winddurchlässig. Zur Abfahrt mit einer weiteren Schicht darüber war die Jacke wunderbar!



Ich kann resümieren: Thermal Pro ist wirklich wärmer als Power Stretch. Atmungsaktiv ist es definitiv. Die windabweisende Wirkung empfinde zwar als in Ordnung, aber schlechter als die von Power Stretch. Power Stretch ist viel dehnbarer und ich finde es daher angenehmer zu tragen. Dennoch, Thermal Pro kann man als Wärmeisolation eindeutig empfehlen.

Aussehen: 

Hier muss man der Schneefeld Jacket ein Kompliment machen. Sie hat einen sehr ansprechenden taillierten und sportlichen Schnitt. Auch sieht man auf den ersten Blick die sorgfältige Verarbeitung und gute Qualität an. Die Jacke ist in den Farben Schwarz, Pink, Orange und Cyan erhältlich. Die Nähte, Säume und Zipper sind bei allen Varianten in den grellen Farben Pink, Orange oder Cyan ausgeführt. Ü ber Geschmäcker lässt sich bekanntlich, streiten, daher enthalte ich mich an dieser Stelle von der Wertung. Für Gipfelmosher empfehlen wir allerdings dringlichst die Farbe Schwarz!

Preis-Leistungs-Verhältnis: 

Ein Schnäppchen ist die in Letland gefertigte Schneefeld Jacket nicht. Mammut ist zwar eine sehr funktionelle Jacke mit hoher Qualität gelungen, dennoch ist der Listenpreis mit 220 Euro meiner Meinung empfindlich hoch. 25\% weniger würde ich jedoch als durchaus gerechtfertigt empfinden.

Resümee:

Die Schneefeld Jacket ist warm, atmungsaktiv, angenehm zu tragen, von hoher Qualität und für alpine Unternehmungen gut geeignet. Optimal eingesetzt ist sie bei sehr kalten Temperaturen als Zwischenschicht. Man kann ihr nichts vorwerfen. Sie kann begeistern. Dennoch gehö rt sie noch nicht zu den wenigen Produkten, die ich als geniales Meisterstück und absoluten Geheimtipp bezeichnen würde. Für den, der den hohen Preis nicht scheut, ist sie durchaus empfehlenswert. Sie loht dann, wenn man die Kapuze wirklich nutzt. Sie bekommt von mir mit vier von fünf Pentagrammen eine durchaus positive Gesamtbewertung.

Und was ich noch loswerden wollte:

Ein persönliche Angelegenheit zwischen meiner Jacke und mir gibt es da noch: So sehr ich sie liebe, eines werde ich ihr nie verzeihen. Sie verstößt mit vollster Imbrunst gegen das 7. Gipfelmosh-Gebot. Mit ihrem schon fast neonfarben Orange, ihren quitschenden pinken Säumen und türkisen Zippern passt sie farblich zwar wunderbar zu meiner Ski-Gitarre, will aber so gar nicht nach Metal aussehen. Sie macht sich lustig über mich und zeigt mir deutlich, wer der Chef ist: Nämlich sie, denn ich bin schwach und zieh sie trotzdem an. Wie gut, dass es die Schneefeld Jacke auch in Gipfemosh-kompatiblem schwarz gibt.




Aktuelles:

Gipfelmoshen-Reportage von VRF

Gipfelmoshen-Reportage mit Ivo Meier

Gipfelmoshen-Fotostrecke bei pr-online

Aachener Zeitung über Gipfelmosher Marc (17.03.2014)

Gipfelmoshen-Reportage RTL - Nachtjournal vom 31.10.13 (Zeit: 00:20:35)



The Number of the Gipfelmosher - 3666



Reportage von ServusTV jetzt auf Gipfelmoshen.de

Magazin: Produkttests

Jahresrückblick 2012

Gipfelmoshen-Videos

Reportage ServusTV - Augenblicke: Do 22.11.12, 19:45

Reportage vom 12.11.12 in Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung

Reportage vom 23.10.12 in der AZ

Gipfelmoshenreportage vom 5.1.2012 auf ARD bei YouTube

Schmücke das Gipfelbuch - Pop-Up zum Selberbasteln